Liebliches Taubertal – der Klassiker – (m)ein Erfahrungsbericht

das liebliche Taubertal
das liebliche Taubertal

Mitten in Deutschland, in Franken, in der Nähe von Würzburg ist ein kleiner Schatz für Radler und Wanderer versteckt… Die Rede ist vom sog. Lieblichen Taubertal.

Das liebliche Taubertal für Radfahrer – ein erster Überblick

Der über 100 km lange Radweg entlang der Tauber hat vom ADFC ganze 5 Sterne bekommen – die höchste Qualitätsauszeichnung, die für einen Radweg vergeben werden kann. Ich werde im Folgenden berichten, was ich auf meiner Radreise im September erlebt habe und warum ich dieser Auszeichnung nur zustimmen kann!

Wunderschönes, liebliches Taubertal
Wunderschönes, liebliches Taubertal

Vorbereitung meiner Reise entlang der Tauber

Meine Reisevorbereitung zum Radurlaub in BadenWürttemberg war zunächst die Recherche im Internet.  Besonders hilfreich ist hierbei vor allem die Webseite vom RadSüden Baden-Württemberg, auf der allerlei Informationen und Tipps zum Radweg entlang der Tauber gegeben werden. Nach einem ersten Überblick habe ich mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke notiert und mir vorgenommen, möglichst viele dieser „Schätze“ anzusehen.

Anreise – Die Reise beginnt in Wertheim – Ankunft in Rothenburg ob der Tauber

Meine Reise beginnt in der nördlichsten Stadt Baden Württembergs, in Wertheim. Von hier aus fahre ich mit meinem Lebensgefährten und inklusive eines Leih-E-Bikes (von der Tourist Information Wertheim bereitgestellt) mit dem Radlzug (1,5 Std.) nach Schrozberg, um von dort aus 17 km nach Rothenburg zu fahren – dort beginnt „offiziell“ unsere Reise von Rothenburg ob der Tauber zurück nach Wertheim – immer unmittelbar an der mäandernden Tauber entlang.

Rothenburg ob der Tauber
Rothenburg ob der Tauber

Die Anfahrt nach Rothenburg ob der Tauber erweist sich insbesondere in den letzten Kilometern als schwierig, da es hoch hinaus geht – Rothenburg ob der Tauber liegt auf einem Berg (= „ob der Tauber“ bedeutet oberhalb der Tauber). Vorbei an einer ersten Sehenswürdigkeit – wie sich später herausstellt – dem Topplerschlösschen (Im Jahre 1388 teils als Wohnhaus und teils als Wehrturm erbautes Wasserschlösschen) geht es hoch in die kleine Stadt.

Das kleine Städtchen Rothenburg ist eine weltweit bekannte Attraktion, da sie eine gut erhaltene, mittelalterliche Altstadt besitzt. Die Einfahrt mit dem Rad ist schon ein erstes Highlight: Hier begegnet uns direkt das weltberühmte Postkartenmotiv: das Plönlein (siehe Foto).

Das Plönlein, bekanntes Motiv
Das Plönlein, bekanntes Motiv

In der Stadt angekommen, treffen wir uns kurze Zeit später mit einer Stadtführerin und weiteren, interessierten Rothenburg-Touristen auf dem Marktplatz (Stadtführungen finden ab hier 2 x täglich statt) und lassen uns in das mittelalterliche Rothenburg zurück versetzen. Die nette Dame erklärt uns allerhand und zeigt uns die wichtigsten Baudenkmäler, wie z. B.:

  • den Röderbogen
  • den Blick auf das Topplerschlösschen von oben herab
  • die St. Jakobs-Kirche mit Heiligblutaltar von Tilman Riemenschneider
  • die Spitalbastei
  • viele weitere Gebäude, wie das Fleisch- und Tanzhaus, das Rathaus, die Marienapotheke usw.
  • das mittelalterliche Kriminalmuseum

Letzteres schauen wir uns noch etwas genauer an – das bedeutendste Rechtskundemuseum Deutschlands! Hier entdecken wir zahlreiche, originale Foltermittel, Leibes- und Lebensstrafen aus dem Mittelalter:

Der Hexenstuhl im Kriminalmuseum
Der Hexenstuhl im Kriminalmuseum
  • Hexenstuhl
  • Streckbank
  • das Rad zum Vollzug der Todesstrafe

Nach unserem Besuch im Kriminalmuseum schlendern wir noch gemütlich durch das urige Städtchen und stellen fest, dass sich die ansässigen Einzelhändler auf die Zielgruppe eingestellt haben: auf die Japaner.  🙂 Mit riesigen Reisebussen kommen dieselbigen hoch nach Rothenburg und versorgen sich mit allerlei (bayrischen) Must Haves bzw. Souvenirs, wie z. B. Kuckucksuhren, Bierkrügen, Weihnachtskugeln usw. Wir essen im Sonnenschein ein Eis und kehren dann in unsere heutige Unterkunft ein: dem Hotel Schranne.

Das Hotel Schranne liegt innerhalb der alten Stadtmauer in Rothenburg ob der Tauber. Wir beziehen ein geräumiges Zimmer inkl. renoviertem Badezimmer. Am Abend erhalten wir im hoteleigenen Garten ein ganz vorzügliches Abendessen, von der Chefin persönlich serviert. Es beginnt mit einem „Gruß von der Theke“ – einem Kirschwasser-Aperitif, gefolgt von dem „Gruß aus der Küche“ – frischem Brot mit Kräuterdipp. Der Hauptgang sowie der Nachtisch sind ebenfalls exzellent! Wir wundern uns, dass das Hotel offiziell „nur“ 3 Sterne hat – wir würden dem Hotel min. 4 Sterne geben, da wir uns hier sehr gut aufgehoben fühlen! Nach dem tollen Essen fallen wir k.o. ins Hotelbett und freuen uns auf den nächsten, garantiert erlebnisreichen Tag.

1. Etappe – Von Rothenburg ob der Tauber nach Weikersheim

Ole im Taubertal
Ole im Taubertal

Früh morgens, nach einem reichhaltigen Frühstück verlassen wir Rothenburg ob der Tauber und folgen der Beschilderung „Liebliches Taubertal – Der Klassiker„. Die Radweg-Beschilderung ist perfekt ausgebaut und ohne große Mühe kann die gesamte Strecke den Schildern gefolgt werden. Wir radeln also den Berg herunter und genießen immer wieder die tollen Aussichten auf die sanften Hügel rundherum, teilweise dicht bewaldet, mit Weinreben bepflanzt oder aber als Nutzflächen genutzt.

Beschilderung
Beschilderung

Hier und da fahren wir durch kleine Dörfer und bewundern die prächtigen Bauerngärten links und rechts vom gut ausgebauten Radweg. Unser heutiges Tagesziel ist Weikersheim. Auch hier erkunden wir mit einer sehr kompetenten Stadtführerin die Altstadt und betrachten verschiedene, geschichtsträchtige Gebäude, wie z. B. dem Gänsturm (hier kommen wir in den Genuss, diesen auch von innen zu bestaunen – seit 2004 befindet sich hier das Stadtmuseum). Die engagierte Dame erzählt uns von dem Adelsgeschlecht der Hohenlohe und den damit einhergehenden, geschichtlichen Ereignissen in Weikersheim. Wir sind erneut begeistert, fühlen uns hier gut aufgehoben. Nach der Tour laufen wir zum Schloss Weikersheim und bekommen auch hier eine sehr interessante Führung geboten. Wir erfahren, dass das Schloss in Weikersheim der Stammsitz der Herren von Hohenlohe ist.

das Schloss Weikersheim, absolut sehenswert
das Schloss Weikersheim, absolut sehenswert

Wir erhalten Einblicke in eine andere Zeit. Da das Schloss lange Zeit in einer Art Dornröschen-Schlaf gefallen ist, ist sämtliches Interieur erhalten geblieben. So auch die Möbel in den Wohnräumen und auch der prächtige Rittersaal. Schade, dass das Fotografieren hier nicht erlaubt ist, zu gerne hätte ich diese Eindrücke festgehalten. Wir staunen auch nicht schlecht, als wir den Schlossgarten erblicken. Ein „Wow“ oder „Ooh“-Erlebnis – selten habe ich solch einen schönen Schlossgarten gesehen, alles symmetrisch ausgerichtet und mit wunderschönen, farbenfrohen Blumen bepflanzt. Im Hintergrund des großen Gartens befindet sich eine Orangerie, wo noch heute Veranstaltungen stattfinden.

Ausblick vom Gänsturm auf Weikersheim
Ausblick vom Gänsturm auf Weikersheim

Gegen Abend beziehen wir unser Zimmer im Hotel, welches sich idealerweise direkt neben dem Schloss in Weikersheim befindet: das Hotel Deutschherren Stuben. Wir sind sehr froh, dass das Hotel sehr zentral liegt, jedoch möchte ich auch feststellen, dass ich das Gefühl habe, dass auch hier eine Art Dornröschen-Schlaf stattgefunden hat:

Die Einrichtung finde ich nicht schön, doch eher sehr alt und leider fühlen wir uns auch nicht so richtig wohl hier. Gewiss ist dies eine subjektive Einschätzung, wir möchten hier aber nicht noch einmal nächtigen …

2. Etappe – Von Weikersheim nach Tauberbischofsheim

Wir wachen im Hotel in Weikersheim auf und freuen uns auf die zweite Etappe unserer Radreise entlang der Tauber. Wieder einmal sind wir beeindruckt von der wunderschönen Landschaft im Taubertal. Uns fällt auf, dass der Radweg links und rechts von Streuobstwiesen umgeben ist. Birnen, Äpfel, Pflaumen, leider noch nicht reif, sonst hätten wir verbotenenerweise gerne mal zugelangt…

die Tauber
die Tauber

Ein Zwischenstopp ist in Bad Mergentheim, oder aber besser gesagt über Bad Mergentheim: der Wildpark in Bad Mergentheim. Dieser zählt zu den artenreichsten in ganz Europa!

Wir schaffen es noch gerade zu einer Führung mit der Tierpflegerin (Achtung, der Wildpark liegt hoch oben über Bad Mergentheim, sehr anstrengender Zugang).

Haustiershow
Haustiershow

Wir erleben während der Fütterung zahlreiche Tiere aus nächster Nähe, ganz hautnah, wie z. B. Wölfe, Bären, Luchse, Greifvögel und Waschbären. Außerdem gibt es noch eine Haustiervorführung, welche sehr sehenswert ist.

Wolfsrudel im Wildpark
Wolfsrudel im Wildpark

Wir fahren von dort aus weiter zu unserem Tagesziel nach Tauberbischofsheim, präziser ausgedrückt: in den Ortsteil Distelhausen (eher als ein eigenständiges Dorf vor Tauberbischofsheim anzusehen).

Unsere Unterkunft für die Nacht ist das kleine Amtshotel im Stadtteil „Distelhausen“.

das kleine Amtshotel
das kleine Amtshotel

Dies ist ein ganz besonderes Hotel. Vom Hotelier begrüßt, erfahren wir, dass das Hotel im Jahre 2008 auf einem alten Bauernhaus komplett neu aufgebaut wurde. Eine interessante Besonderheit: das sogenannte Bier-Hefe-Bad. In einem kleinen Raum befindet sich eine Art Zuber, in der das besagte Bad genommen werden kann. Der Hotelier berichtet uns von der heilenden, vitalisierenden Wirkung der Hefe, welche schon im Mittelalter genutzt wurde …

Wir beziehen ein großes, sauberes Zimmer mit einem genialen Boxspringbett (kann ich nur empfehlen!). Am Abend laufen wir zur Nahe gelegenen Distelhäuser Brauerei und lassen uns dort kulinarisch versorgen. Wir machen hier eine kleine Bierprobe und sind erstaunt, wie gut uns insb. das Dinkelbier schmeckt. Die nette Kellnerin erzählt uns von den zahlreichen Preisen, die die Brauerei weltweit schon erhalten hat. Zum Beispiel Goldmedaillen für das Malzbier und das dunkle Hefeweizen, oder aber auch die Silbermedaille für das Dinkelbier…

Bierprobe in Distelhausen
Bierprobe in Distelhausen

3. Etappe – Von Tauberbischofsheim nach Wertheim

Romantische Brücke
Romantische Brücke

Der heutige Tag beginnt mit einem reichhaltigen Frühstück im kleinen Amtshotel in Distelhausen. Die Sonne begrüßt uns mit den ersten Sonnenstrahlen und schon beginnt der letzte Tag unserer Radreise an der Tauber. Wir verlassen Distelhausen und radeln weiter entlang der Tauber zu unserem nächsten Zwischenziel: dem Kloster Bronnbach. Dort angekommen, stellen wir fest, dass dieses erst ab 10 Uhr die Pforten öffnet, somit sammeln wir unsere Eindrücke von außen und schießen ein paar Fotos. Weiter geht es nach Wertheim, unserem Reise-Ausgangspunkt.

Wertheim, im Hintergrund die Burg
Wertheim, im Hintergrund die Burg

Wir geben mein gemietetes E-Bike in der Tourist Info ab und kommen in den Genuss einer ganz persönlichen Stadtführung. Der Stadtführer zeigt uns innerhalb von 2 Stunden die alten, prächtigen Gebäude der Stadt – viele prächtige Fachwerkbauten: den spitzen Turm, die Kapelle, die Kirche und einen tollen Blick auf die Burg. Wertheim liegt außerdem an der Mündung der Tauber in den Main. Wir erfahren von der Entstehung der Stadt sowie den verschiedenen Hochwassern, die hier wüteten. Gegen späten Mittag laufen wir zu unserem Auto und verlassen das wunderschöne Taubertal.

Liebliches Taubertal
Liebliches Taubertal

Glück gehabt: Ab dem Abend ziehen die ersten Gewitter auf und der Sommer scheint vorüber zu sein. Wir können jedoch mit Freuden konstatieren, dass sich der Kurztrip ins Taubertal mehr als gelohnt hat. Gerne kommen wir noch einmal zurück, um uns die Sehenswürdigkeiten entlang der Tauber noch etwas genauer anzusehen… 🙂 Auch die Tagesetappen sind mit dem Rad gut zu realisieren, so dass man noch ausreichend Zeit hat, sich die Umgebung anzusehen…

Und wie immer lautet das Motto: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub.
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